Tomaten im Konferenzraum, Bohnen unter den Bänken und Brokkoli in der Eingangshalle: Ja das gibt es! Das größte Farm-to-Table Büroprojekt Japans macht es möglich. Ein Urban Farming Projekt bringt den 1.500 Angestellten bei, wie sie vor Ort ihr eigenes Essen anbauen. Über 200 Sorten Gemüse, Obst, Blumen und Kräuter wachsen im, am und auf dem Bürogebäude. Wie kannst du dieses tolle Konzept in deinem Unternehmen implementieren? Wir geben dir Tipps und Ideen mit!

Obst ernten auch im Mini-Büro

Wer keinen firmeneigenen Garten hat, muss auf den Anbau des eigenen Gemüses nicht verzichten. Viele Gemüsesorten lassen sich problemlos auch innerhalb des Büros ziehen – und so Geld sparen! Der besondere Vorteil beim Anbau im Büro: Die Pflanzsaison ist viel länger als im Freien, denn drinnen ist es immer sommerlich warm. So sind bei vielen Gemüsesorten innerhalb der vier Wände sogar zwei oder drei Ernten pro Jahr möglich. Wir zeigen dir, welche Gemüse sich leicht im Büro ziehen lassen und was dabei zu beachten ist.

Gemüse und Kräuter als Gemeinschaftsprojekt unter Kollegen

Wenn man nicht gerade der Chef höchstpersönlich ist, oder gewisse Freiheiten im Büro genießt, sollte man zuerst mit Chef und Kollegen über den geplanten Bürogarten sprechen. Es ist wichtig, zumindest jemanden zu haben, der sich um die Pflanzen kümmert wenn man im Urlaub ist. Je mehr Kollegen sich bei dem kleinen Bürogarten einbringen wollen, desto besser und lustiger ist es, wenn die werten Kollegen nicht gerade einen schwarzen Daumen bei der Pflanzenpflege haben.

Ernten im Büro – 5 Obst- und Gemüsesorten

1. Tomaten in großen Töpfen anbauen

Für Tomatenpflanzen eignen sich am besten Töpfe mit mindestens zehn Litern Inhalt. Zwei bis drei Stäbe werden in die Erde gesteckt und oben mit einem Kabelbinder zusammen gebunden. Die Stäbe geben der Pflanze später den nötigen Halt, wenn sie viele Früchte trägt. Tomaten lieben es drinnen, denn sie mögen ohnehin keinen direkten Regen. Auf viel natürliches Licht ist aber unbedingt zu achten, da die Früchte sonst nicht den gewünschten vollen Geschmack erreichen. Im Freien übernehmen Bienen und andere Insekten die Befruchtung der Blüten. Im Büro reicht dafür auch ein vorsichtiges Schütteln der einzelnen Blüten. Ab März sind so ohne Probleme zwei Aufzuchten pro Jahr möglich.

2. Gurken und Zucchini in Kübeln

Ähnlich wie Tomaten können Gurken und Zucchini auch in besonders großen Töpfen oder Kübeln aufgezogen werden. Sie benötigen jedoch mehr Fläche, und wachsen weniger in die Höhe als Tomaten. Ansonsten verläuft die Aufzucht fast identisch.

3. Kräutertee und Chillis

Ein heißer Arbeitsplatz-Gemüse Tipp wäre Chili. Chillis fühlen sich in einem Topf auf einem sonnigen Fensterbrett im Büro wohl und verlangen nicht zu viel Aufmerksamkeit. Sie sind nicht nur sehr dekorativ, da es sie in zahlreichen Farben und Formen zu kaufen gibt, sie peppen mit ihrer Schärfe auch jedes Mittagessen auf. Man kann auch Chillis in verschiedenen Schärfen anbauen, falls nicht alle Kollegen gleich feuerfest sind. Auch Küchenkräuter wie Schnittlauch, Basilikum, verschiedenste Minzen, Liebstöckel, Oregano, Salbei, Thymian, Rosmarin, Zitronenverbene, Currykraut oder Zitronengras eignen sich. Wer es ein wenig ausgefallener mag könnte Zitronen-, Orangenthymian oder Ananassalbei ausprobieren. Gibt es Balkonkisten am äußeren Fensterbrett spricht nichts gegen Erdbeeren, Cocktailtomaten oder Salate.

4. Erdbeeren im Topf

Die Erdbeere ist nicht nur eine der beliebtesten Früchte in deutschen Gärten – auch als Balkonobst ist die Erdbeere auf Platz Eins. Wenn überrascht das auch? Das rote Früchtchen schmeckt nicht nur himmlisch süß, sondern lässt sich auch noch einfach anbauen und findet selbst in der kleinsten Ecke Platz. Wichtig für die Erdbeeren aus dem Topf ist, dass sie genug Sonne bekommen. Auch regelmäßiges Wässern und guter bio-zertifizierter Dünger helfen der Pflanze, prächtig zu gedeihen.

5. Johannisbeere im Topf

Johannisbeeren sind nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund: Mit fast 200 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm lässt die rote Beere sogar Zitronen alt aussehen. Deshalb lohnt es sich, immer einen kleinen Strauch zum Selberpflücken auf der Fensterbank zu haben. Als Flachwurzler eignet sich die Johannesbeere hierfür ideal. An einem sonnigen und windgeschützten Standort fühlt sich der Strauch am wohlsten. Wird die Johannesbeere jetzt noch vor der Blüte gedüngt und regelmäßig mit Wasser versorgt, fühlt sie sich garantiert wohl und wird schon bald für reichlich Vitamin C auf dem Speiseplan deiner Kollegen*innen sorgen.

6. Ananas im Topf

Exotischer Flair mit einer eigenen Ananaspflanze? Das ist durchaus möglich – zumindest wenn du ein helles, warmes Südfenster im Büro besitzt. Denn die Ananas lässt sich erstaunlich leicht selber heranziehen, wenn man ein paar Tricks kennt. Mit dem Blattbüschel, dass man beim Verzehr einer Ananas üblicherweise wegwirft, hat man schon das richtige Ausgangsmaterial für eine kleine Ananasfarm. Trenne diesen vorsichtig ab, lass die Schnittstelle trocknen und lege ihn zum Bewurzeln ins Wasser. Danach kannst du die zukünftige Ananas auch schon in die Erde setzen. Optimal für die Ananas ist nun eine Raumtemperatur ab 25 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Leider ist die Ananas eine eher gemütliche Gesellin – zwischen einem und bis zu vier Jahren kann es dauern, bis sich eine neue Frucht bildet.

7. Weiteres  Gemüse, das bestens im Büro/ Wohnung gedeiht

Weitere Pflanzen, die sich problemlos im Büro aufziehen und mehrmals pro Jahr ernten lassen, sind: Feldsalat (im Blumenkasten oder in Töpfen) Kohlrabi (in ausreichend großen Töpfen) Kräuter aller Art (ideal direkt am Küchenfenster für den sofortigen Gebrauch) Manch einer verwendet sogar Mörtelwannen, um mit Erfolg Kartoffeln im Büro / der Wohnung zu ziehen. Die Ernte ist dann sehr einfach und erfolgt, indem man die Wanne einfach ausschüttet (im Freien).

Pflanzenpflege und Ernte – wichtige Hinweise

Die Pflanzen müssen vor dem Einzug ins Büro auf Schädlinge untersucht werden. Klebriger Honigtau auf dem Fensterbrett oder kleine Tierchen und kränkelnde Pflanzen werden die Kollegen*innen nicht unbedingt erfreuen oder vom Bürokräutergarten überzeugen. Als Substrat wählt man am besten eine gute Gemüseerde oder Kräutererde. Gedüngt wird, wenn nötig, mit Bio-Flüssigdünger oder mit etwas Kompost. Kräuter brauchen nicht viel Dünger, da reicht schon die vorhandene Düngung der Erde. Das wars im Großen und Ganzen.